Ende 2018 kam von verschiedenen Seiten der Wunsch, mit vereinten Kräften nach längerer Zeit wieder einmal einen historischen Zug über den Gotthard zu führen. Anlass dazu gab das Jubiläum von 75 Jahren der Arlberglok 1020 042-6, die Haltinger Speisewagenfreunde (HSF), welche ihren Speisewagen wieder einmal sinnvoll in einer Langstreckenfahrt einsetzen wollten, wie dies zu Zeiten des Nostalgie-Rhein-Expresses vor Jahren üblich war. Schliesslich übernahm Eurovapor aus Sulgen den Lead der Trassenplanung und Koordination der verschiedenen Teilzüge.
Es gab dabei verschiedene Herausforderungen zu meistern. Eurovapor aus Sulgen fehlen noch immer betriebsfählige Wagen und auch HSF besitzt ausser einem Speisewagen kein eigenes Rollmaterial. Die Arlberglok hat zudem keine Schweizer Zugsicherung und muss nebst dem Österreichischem Maschinenbediener durch 2 streckenkundige Lokführer begleitet werden. Als Ziel ambizioniertes definierten wir vorerst Luino, wo wir unserem Partnerverein "Verbano-Express" mit deren Eisenbahnmuseum immer gerne einen Besuch abstatten und willkommen sind. Es kam dann die zusätzliche Idee auf, uns mit der in Luino stationierten Dampflok 50 3672 entgegenzufahren und auf der Gotthardsüdseite mit Parallel- und Überholfahrten "Isebähnle".
Schliesslich gab es 3 Teilzüge aus Basel, Sulgen und Feldkirch in Arth-Goldau zu einem "Gotthard-Express" zusammenzuführen. Nach einem grossen Rangiermanöver trifft uns ab Arth-Goldau gleich die nächste Hürde, den Streckenabschnitt mit Zugsicherung ETCS Level 2, der nur durch Vorspannlok mit entsprechender Ausrüstung überbrückt werden kann. Die Planung der Trasse beanspruchte dann Wochen um Wochen und am Gotthard erfuhren wir immer wieder von neuen Einschränkungen wie eingeschränkte Gleisbenützung in Airolo. Die Vereine Mikado und DSF halfen uns freundlicherweise mit Loks und Wagen aus, so dass wir einen stattlichen Zug zusammenstellen konnten.
Bis 1 Tag vor Abfahrt mussten wir infolge Einsatzänderung der ETCS-Lok Loks und Personal umdisponieren, so dass erst im letzten Moment die endgültigen Anordnungen erscheinen konnten.

Am Morgen des 27. April war es dann endlich soweit. Der Verein Mikado aus Brugg entsandte die Ae 6/6 mit 2 Wagen nach Sulgen, der Verein führte mit einem RBe 4/4 den HSF-Speisewagen mit 2 Wagen von Basel nach Arth-Goldau und auch die Österreicher starteten in Feldkirch mit ihrer 1020 via Buchs - SOB nach Arth-Goldau. Mit wenigen Minuten Verspätung traf der Zugsteil aus Sulgen in Arth-Goldau ein, was dann das grosse Umrangieren bereits zeitlich knapp werden liess. Schliesslich wären wir Punkt 11 Uhr wie geplant zur Abfahrt bereit gewesen, hätte uns ein Wagen mit seinen Bremsen keine Probleme bereitete. Mit 20 Minuten Abgangsverspätung setzten wir die Fahrt fort in Richtung Gotthard.
Nachdem in Erstfeld die ETCS-Lok kurz auf die Seite gestellt werden konnte, ging es flott weiter den Gotthard hinauf. Inzwischen erfuhren wir von den Kollegen der Südseite, dass die Dampflok wegen einem technischen Problem 1 Stunde später in Airolo eintreffen werde. So warteten wir die Zeit in Göschenen mit einem zusätzliche Fotohalt ab.
In Airolo klappte es dann mit einer Parallelfahrt des elektrischen Zugs und Dampfzugs nach Rodi Fiesso. In Faido erfolgte eine eindrückliche Überholfahrt des Dampfzugs. Mit etwas Verspätung trafen wir schliesslich in Bellinzona ein, wo im Schnellverfahren das Personal verpflegt werden musste. Es gab dann auch beim Umstellen der Loks in Bellinzona weitere Verzögerungen, da infolge dichtem Regelverkehr sehr lange nicht rangiert werden konnte.
Es musste schliesslich nochmal eine weitere ETCS-Lok als Vorspann geordert werden, da bei der vorgesehenen Lok 2 Stirnscheinwerfer ausfielen.
Die Rückfahrt verlief dann in weiterem Problemlos. Der Basler Flügelzug konnte bis Basel die Verspätung wieder aufholen, der Zugsteil nach Sulgen - St. Margretehen - Feldkirch kam schliesslich 1 Stunde später als geplant an.

An dieser Stelle sein allen Helfern gedankt, die am Gelingen der Fahrt beigetragen haben. Lokführer, Zugführer, Disponent Transrail, Reiseleiter, Service-Helfer, Speisewagenpersonal - insgesamt waren an die 50 Personen im Einsatz. Den befreundeten Vereinen Mikado und DSF, die uns mit ihrem Rollmaterial aushalfen, dem Verbano-Express, die uns mit Dampf am Gotthard begleiteten, sowie alle die uns mit einem Fototicket aus solidarität unterstützten.

Hansueli Kneuss 
(Reisedienst Eurovapor)

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Auf youtube sind einige schöne und aus verschiedenen Perspektive aufgenommenen Filmchen zu sehen: