Es hätte ein grosses Highlight werden sollen, die Extrafahrt nach Einsiedeln „Doppelkrokodil“ mit der Österreichischen 1020 042-6 und der legendären Schweizerlok 13302. Zwei Wochen vor der Fahrt machte uns Organisatoren ein grosses technisches Problem an der 13302 einen Strich durch die Rechnung, denn es war klar, dass die Lok am Reisetag unmöglich eingesetzt werden kann. Für die Reise waren bereits 213 Personen angemeldet und wir mussten uns schnell entscheiden, zwischen Totalausfall, einer SBB-Historic-Ersatzlok oder einer anderen attraktiven Ersatzlok. Kostengründe zwangen uns zur Vernunft und so wählten wir mit letzteren Variante die sehr schöne und sogar zu den Inox-Wagen passende Lok TEE-Re 4/4 I 10034 des Vereins TEE-Classics. An dieser Stelle ein herzliches Dankeschön dem Verein TEE-Classics, der spontan einsprang. Die Fahrt des Sulgener Flügelzuges mit den 2 Leichtstahlwagen verlief bis Buchs planmässig. Beim Zusammentreffen des Zugteils aus Bludenz zeigten sich erste Probleme mit dem Wagen B10 der RHB, von welchem Rauch durch schlecht lösende Bremsen auszumachen war. In Sargans verschärfte sich die Situation. Unser Zugführer Thierry Hug gab alles von sich und kroch unter die Drehgestelle, um die festsitzenden Stopex zu lösen. Mit 20 Minuten Verspätung ging die Fahrt dann flott weiter. Durch Umdisposition des Manövers in Rapperswil, trafen wir sogar rechtzeitig in Einsiedeln ein.

Die verschiedenen Angebote in Einsiedeln wurden von den Teilnehmenden rege benutzt. Ein grosser Teil besuchte die extra für uns geöffnete Gartenbahn Blatten und eine weitere Gruppe nahm an der Klosterführung teil. Sehr lohnend war auch die Fotofahrt mit dem Extrazug nach Sattel, wo wir den Fotografen bei schönsten Lichtverhältnissen eine kleine Lokparade aufstellen konnten.

Pünktlich starteten wir in Einsiedeln zur Rückfahrt, bis uns bei der Ausfahrt ein heftiger Knall aufschreckte. Doch vorerst war nichts abnormales erkennbar, bis uns während der Fahrt ein grösserer Pufferabstand zwischen Gepäckwagen und Leichtstahlwagen auffiel. Um der Sache auf den Grund zu gehen, legten wir in Samstagern einen Extrahalt ein, der bei Überprüfung am Gepäckwagen eine gebrochene Zugstange zutage förderte. Um den Fahrplan nicht vollständig aus dem Takt zu bringen, entschieden wir uns, den Wagen auszureihen und zurückzulassen. (Diesen holten wir 1 Woche später mit der Be 4/4 in Samstagern ab und bauten eine passende Zugstange aus einem Abbruchwagen ein.) Schleunigst mussten wir dann aus dem Gepäckwagen das vorbereitete Abendessen und Getränke retten. Auch diese Verspätung konnten wir bis Buchs aufholen und alle Reisenden waren pünktlich zu Hause.

Fazit dieser Reise: Es war eine gute Erfahrung, wie dank Zusammenarbeit mit mehrerern Vereinen und verschiedenen Nostalgieloks eine wesentlich attraktivere Reise angeboten werden kann. Dies schlägt sich dann auch in der Zahl der Reiseteilnehmer nieder. Die grosse Überraschung kam dabei aus dem Voralberg mit über 100 Anmeldungen. Der Aufwand mit Absprachen aller Organisatoren ist allerdings enorm und die Verknüpfung aller Manöver und Trassen im dicht befahrenen Schweizer Bahnnetz eine Herausforderung. Zudem bereiteten uns die bürokratischen Hürden zwischen den verschiedenen Ländern grösste Sorge; schliesslich schafften wir es nicht, einen in Bludenz stationierten Österreichen Inlandwagen für die Schweiz zuzulassen. Umgekehrt und in letzter Minute war es schliesslich einfacher, einen Schweizer Wagen nach Bludenz zu entsenden.

Für mich jedenfalls war die Reise ein voller Erfolg und unser nächste Ziel heisst ganz klar: „Doppelkrokodil“.

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