Am 25. November 2011 entgleiste in Romanshorn unser Triebwagen - welchen wir erst am 29. April 2011 als «Tino» von der SOB übernahmen - bei einer Rangierfahrt vom Locorama zum Bahnhof auf einer defekten Weiche. Beschädigt wurden dabei die Radsätze an beiden Drehgestellen sowie ein Getriebekasten. Zudem waren durch die defekte Weiche unsere im Locorama bereitstehenden Wagen für die Adventsfahrt eingeschlossen. Es war ein harter Schlag für die Eurovapor Lokremise Sulgen, aber beileibe nicht der Erste. So dauerte es nicht lange, bis die Idee reifte, aus diesem Rückschlag das Beste zu machen und die geplante Aufarbeitung vorzuziehen. Für uns stand bald fest, dass der Infrastrukturbetreiber für den Schaden aufkommen muss. Bis dies amtlich bestätigt wurde, nutzten wir die Zeit, um auf Sponsorensuche zu gehen. Als das Finanzierungskonzept stand, ging es Schlag auf Schlag.

Als Erstes überführten wir den  Triebwagen auf sogenannten Diplorys von Romanshorn nach Schaffhausen Güterbahnhof. Dort mieteten wir vom befreundeten Club BM 22-70 in der ehemaligen Wagenreparaturhalle ein Grubengleis. Der Triebwagen wurde dann mittels Hebeböcken ohne die Drehgestelle angehoben und diese dann hervorgezogen. Den Wagenkasten bockten wir schliesslich auf Stahlträgern auf. Die defekten Drehgestelle überführten wir zur SOB-Werkstätte in Samstagern, um sie dort reparieren zu lassen. 

 

Aufarbeitung in Schaffhausen und Gossau SG

Erst raparierten wir die Roststellen am Wagenkasten und demontierten die Inneneinrichtung. Einzig die kleine Einbauküche blieb stehen. Dann lackierten Mitarbeiter des Clubs BM 22-70 mit professioneller Hilfe den Wagenkasten. Der vereinseigene Schreiner Hans Künzle verleimte zeitgleich ein neuer Bodenbelag. Auch die Stromversorgung für die Beleuchtung und das Bordnetz wurde neu installiert.

Am 4. Mai 2013 trafen endlich die Drehgestelle aus Samstagern ein. Während zwei  Wochenenden liessen wir den Wagenkasten auf die frisch revidierten Drehgestelle abgesenken und schlossen die Motoren an. Am 13. Mai fand die Überführung des Triebwagens nach Gossau SG statt, wo die zwischenzeitlich vorbreitete Inneneinrichtung fertig eingebaut wurde. Bereits am 24. Mai konnte die Probefahrt, zu der alle Helfer eingeladen waren, erfolgreich durchgeführt werden!

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